Alternative Krebsbehandlung Nr. 1: psychologische und psychosoziale Unterstützung zur Erhaltung des seelischen Wohlbefindens
Psychologische und psychosoziale Unterstützung ist ein wichtiger Bestandteil der Versorgung von Krebspatienten. Sie trägt maßgeblich dazu bei, das emotionale Wohlbefinden zu fördern und Betroffene bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen zu unterstützen. Diese Form der Begleitung ist besonders wichtig, da viele Patienten mit der enormen Belastung einer lebensbedrohlichen Erkrankung, sozialen Spannungen, arbeitsbedingten Ängsten und Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Zukunft konfrontiert sind. Zur Bewältigung dieser psychologischen Belastungen können unterschiedliche Unterstützungsangebote bereitgestellt werden:
- Einzelpsychotherapie: Individuelle psychotherapeutische Sitzungen spielen eine zentrale Rolle bei der gezielten Unterstützung von Betroffenen. Nach der Diagnose erfolgt in der Regel eine Einschätzung des Unterstützungsbedarfs mithilfe von Fragebögen oder sogenannten Belastungsthermometern.
- Gruppentherapie: Gruppentherapien bieten einen wertvollen Raum für Austausch und Unterstützung. Durch das Teilen von Erfahrungen und den Dialog mit anderen Betroffenen lernen Patienten, mit verschiedenen Ängsten umzugehen.
- Selbsthilfegruppen: Regelmäßige Selbsthilfegruppen bringen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zusammen. Der gegenseitige Austausch fördert das Verständnis und vermittelt Strategien im Umgang mit Ängsten – besonders hilfreich für Menschen mit chronischen Krebserkrankungen, die über einen längeren Zeitraum mit ständiger Unsicherheit leben.
- Workshops: Speziell organisierte Workshops während und nach der Behandlung vermitteln wertvolles Wissen zu Themen wie Ernährung, körperliche Aktivität, soziales Leben und Zukunftsplanung. Ziel ist es, Patienten zur aktiven Mitgestaltung ihres Wohlbefindens zu befähigen.
- Angehörigenschulungen: Auch Angehörige benötigen Unterstützung in dieser belastenden Zeit. Schulungen bieten ihnen hilfreiche Werkzeuge und Ressourcen, um ihre Rolle zu meistern und ihre Liebsten bestmöglich zu begleiten.
- Weitere unterstützende Aktivitäten: Krebszentren und Kliniken organisieren regelmäßig Veranstaltungen zur Information und aktiven Einbindung der Patienten, um ihnen eine Auszeit vom Krankheitsalltag zu ermöglichen. Beispiele hierfür sind Tanzworkshops oder „Cancer Cafés“, in denen Frauen den Umgang mit Perücken erlernen und durch Make-up-Workshops neues Selbstvertrauen gewinnen können.
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Alternative Krebsbehandlung Nr. 2: Yoga gegen Angst und Depression
Zahlreiche Studien und systematische Übersichtsarbeiten haben die Wirkung von Yoga auf die Lebensqualität von Krebspatienten untersucht. Auch wenn weitere Forschung notwendig ist, um spezifische Effekte für bestimmte Krebsarten sowie körperliche und soziale Aspekte zu klären, zeigen aktuelle Ergebnisse das Potenzial von Yoga zur Verbesserung der Lebensqualität. Studien belegen insbesondere positive Auswirkungen auf psychologische Parameter, wie eine Verringerung von Angstzuständen und Depressionen, die wesentlich zur allgemeinen Lebensqualität beitragen.
Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) weisen zudem darauf hin, dass Yoga Stressmarker, Entzündungswerte und die Immunfunktion positiv beeinflussen kann. Darüber hinaus hilft Yoga nachweislich, Erschöpfung zu lindern und schlafbezogene Störungen infolge von Stress während und nach der Behandlung zu reduzieren. Zwar erschwert die Heterogenität der Studien und Interventionen eine vollständige Evidenzsynthese, jedoch sprechen die bisherigen Erkenntnisse dafür, Yoga als unterstützende Maßnahme in den Alltag von Krebspatienten zu integrieren, um psychische und möglicherweise auch körperliche Verbesserungen zu erzielen.
Alternative Krebsbehandlung Nr. 3: Meditation zur Linderung von Schmerzen und Krebssymptomen
Auch Meditation gewinnt zunehmend an Bedeutung in der onkologischen Forschung. Viele Krebspatienten greifen auf Meditation zurück, um ihre innere Ruhe zu stärken. Studien zeigen positive Effekte auf Stress, Angst, Schmerzen und Erschöpfung. Insbesondere die achtsamkeitsbasierte Meditation steht im Fokus der Forschung, da sie eine Brücke zwischen alten Traditionen und moderner Neurowissenschaft schlägt.
Zahlreiche Untersuchungen beschäftigen sich mit der Wirkung von achtsamkeitsbasierter Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction, MBSR) bei Krebserkrankungen. Einige dieser Studien zeigen, dass MBSR Symptome wie Schmerzen, Nebenwirkungen und Übelkeit lindern und gleichzeitig die Lebensqualität verbessern kann. Betroffene berichten von verbesserter Konzentrationsfähigkeit und einer Reduktion von Angst- und Depressionssymptomen.
Allerdings sind die bisherigen Studien häufig durch kleine Stichprobengrößen und eingeschränkte Designs limitiert. Sie wurden überwiegend in den USA und Dänemark durchgeführt, was deren Übertragbarkeit einschränken könnte. Künftige Forschung sollte kulturspezifische Besonderheiten berücksichtigen und größere prospektive Studien durchführen, um die Eignung und Wirksamkeit solcher Interventionen umfassender zu untersuchen.
Das Stanford Cancer Center dient als inspirierendes Beispiel für ein umfassendes Unterstützungsangebot für Krebspatienten. Das dortige „Cancer Supportive Care Program“ zielt darauf ab, das körperliche und emotionale Wohlbefinden sowohl der Betroffenen als auch ihrer Angehörigen zu stärken.
Was ist Ihre Meinung zu diesem Programm und welche Bedeutung messen Sie der psychologischen und psychosozialen Unterstützung im Verlauf der Krebstherapie bei? Wir bei Alcimed verfolgen die Entwicklungen in diesem Bereich aufmerksam weiter und begleiten Sie gerne bei Ihren Projekten. Kontaktieren Sie unser Team!
Über den Autor,
Volker, Great Explorer Oncology in Alcimeds Life Sciences Team in Deutschland