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Open-Innovation-Ansatz: ein Muss für jedes Unternehmen?

Veröffentlicht am 14 Oktober 2021 Lesen 25 min

In einer Zeit, in der die Digitalisierung immer weiter voranschreitet und unsere derzeitigen Geschäftspraktiken auf den Kopf gestellt werden, erscheint der sogenannte Open-Innovation-Ansatz mehr denn je als ein Weg für Unternehmen, innovativ zu sein. Das Konzept ist nicht neu und Unternehmen müssen den Ansatz und den Prozess neu erfinden, um den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen. Ist der Open-Innovation-Ansatz für jedes Unternehmen, das innovativ sein will, unerlässlich? Ist es notwendig, einen Schritt weiterzugehen? Alcimed zieht Bilanz.

Was ist Open Innovation?

Open Innovation kann als der gesamte interne und externe Wissensfluss definiert werden, der interne Innovationen beschleunigen und Märkte erweitern kann.

Eine Besonderheit von Open Innovation ist, dass es keine spezifische offizielle Definition gibt. Jedes Unternehmen hat seine eigene Definition und verwendet sie in unterschiedlicher Weise. Dennoch wurde Open Innovation von ihrem Pionier Henry Chesbrough als die „Abkehr von geschlossenen Innovationsprozessen hin zu einem offenen Innovationsansatz“ definiert. Allgemein kann Open Innovation als der gesamte interne und externe Wissensfluss definiert werden, der interne Innovationen beschleunigen und Märkte erweitern kann. Open Innovation basiert auf der Einstellung, offen für den Austausch und den Erhalt von Informationen zu sein.

In der Regel wird Open Innovation in Unternehmen, insbesondere in der pharmazeutischen Industrie, von F&E-Abteilungen angetrieben. Sie kann aber auch eine eigenständige Abteilung sein oder unter der Leitung anderer interner Abteilungen stehen. Letztendlich steht Open Innovation im Einklang mit den strategischen Anforderungen und unterstützt den internen Bedarf an Innovationen von innerhalb und außerhalb des Unternehmens.

Was sind die Vorteile und Herausforderungen des Open-Innovation-Ansatzes?

Der Open-Innovation-Ansatz verfolgt mehrere Ziele, darunter die Möglichkeit, neue Ideen zu entwickeln, die einen Mehrwert für die interne Innovation darstellen. Open Innovation kann direkt dem Marketing, der Wissensbeschaffung, der Suche nach neuen Talenten oder der F&E zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen zugutekommen. Open-Innovation-Prozesse können Unternehmen dabei helfen, ein breites und relevantes Publikum zu erreichen und die Chancen beispielsweise für lukrative Partnerschaften und die Einbeziehung von Kunden zu erhöhen.

Open Innovation bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, wie z. B. unklar definierte Ziele aufgrund der Vielfalt der Ansätze und Quellen, die Schaffung eines effektiven und sichtbaren internen Prozesses oder die Umsetzung der Ideen, die aus dem Prozess hervorgehen.


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Was ist der Unterschied zwischen Open Innovation und Externer Innovation?

Es wird häufig zwischen Open Innovation und Externer Innovation unterschieden:

Open Innovation wird eher als eine offene Denkweise beschrieben, während externe Innovation eher mit F&E-Innovation oder Scouting in Verbindung gebracht wird. Externe Innovation ist ein Teil von Open Innovation, aber Open Innovation umfasst eine viel breitere Vision von Innovationsströmen und berücksichtigt, dass kreative Menschen außerhalb und innerhalb des Unternehmens zur Identifizierung neuer Konzepte beitragen können und dass dies für beide Seiten gewinnbringend sein kann.

Wie kann Open Innovation aussehen?

Je nachdem, wie Open Innovation in den einzelnen Unternehmen verstanden wird, können verschiedene Aspekte im Zentrum stehen. Erstens kann Open Innovation ohne Partnerschaften nicht als erfolgreich angesehen werden, denn sie spielen eine Schlüsselrolle in diesem Innovationsprozess. Sie können die Form von Joint Ventures, Konsortien, Innovationszentren oder gemeinsamen Labors annehmen. Viele verschiedene Akteure können beteiligt sein, von großen Unternehmen über Start-ups und Wissenschaftlern bis hin zu Lieferanten und Kunden.

Die meisten Initiativen sind extern, wie z. B. externes Scouting, digitale Plattformen und Zugang zu gemeinsamem Wissen. Open Innovation kann unternehmensintern oder unternehmensübergreifend, für ein bestimmtes Fachpublikum oder sogar öffentlich sein. Interne Initiativen, auch als „Open Inside“ bezeichnet, können als interne Challenges oder Intrapreneurship-Programme umgesetzt werden, um die interne Generierung von Ideen zu fördern oder Mitarbeiter einzubeziehen. So hat beispielsweise Servier die Einheit WeHealth gegründet, um alle Open-Innovation-Ansätze zu entwickeln, und Michelin – eine Referenz im Bereich Open Innovation – hat ein „Inkubator-Programmbüro“ zur Förderung interner Innovationen eingerichtet. Externe Initiativen können entweder „outside in“ sein, wie Scouting oder Sourcing, oder „inside out“, mehr auf den Austausch von Ideen und geistigem Eigentum ausgerichtet, wie digitale Plattformen oder Hackathons. Eli Lilly hat beispielsweise eine gemeinsame Online-Plattform namens „Open Innovation Drug Discovery“ entwickelt, um die Entwicklung neuer Medikamente zu fördern.

Was sind die nächsten Schritte für Open Innovation?

Open Innovation bringt den Unternehmen keinen direkten Return on Investment, was frustrierend sein kann, sondern ist eine echte langfristige Geschäftsmöglichkeit für Unternehmen. Es ist wichtig, einen sehr strukturierten Open-Innovation-Ansatz in jedem Unternehmen zu haben, das innovativ sein will, sich neu erfinden will oder seine Mitarbeiter inspirieren will. Open Innovation muss jedoch „offen“ bleiben, und es wäre ein Fehler, sie anzuwenden, ohne die Gründe dafür zu verstehen. Es ist sicher, dass Open Innovation heute noch viele Jahre vor sich hat, insbesondere mit der Entwicklung innovativer Digitalisierungsprozesse.


Über die Autorin, 

Christelle, Project Manager in Alcimeds Healthcare Team

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